EN 17460 löst DIN 6701 ab – Was Klebbetriebe jetzt wissen müssen
Seit Oktober 2025 ist EN 17460 die verbindliche europäische Klebbetrieb-Norm. DIN 6701 wurde zurückgezogen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.
Was ist EN 17460?
EN 17460 ist die neue europäische Norm für die Zulassung und Überwachung von Klebbetrieben. Sie wurde vom europäischen Normungsgremium CEN/TC 193 erarbeitet und harmonisiert bisherige nationale Normen auf europäischer Ebene.
In Deutschland ersetzt sie die DIN 6701, die seit Oktober 2025 zurückgezogen ist und nicht mehr als Basis für neue Zertifizierungen verwendet werden darf.
Die wichtigsten Neuerungen gegenüber DIN 6701
1. Europäische Gültigkeit
Der offensichtlichste Vorteil: EN 17460 gilt europaweit. Klebbetriebe, die in mehreren EU-Ländern tätig sind oder an internationale Projekte liefern, benötigen künftig keine separaten nationalen Zertifizierungen mehr.
2. Neue Sicherheitsklassen-Systematik
DIN 6701 kannte nur die Klassen A1, A2, A3 für den Schienenfahrzeugbau. EN 17460 ergänzt diese um eine allgemeine Sicherheitsklassen-Systematik (S1–S4), die für alle industriellen Anwendungen gilt.
| Klasse | Bedeutung | Anwendungsbereich | |--------|-----------|-------------------| | A1 / S4 | Sicherheitsrelevant | Schiene / Allgemein | | A2 / S3 | Funktionsrelevant | Schiene / Allgemein | | A3 / S2 | Begrenzt relevant | Schiene / Allgemein | | – / S1 | Vernachlässigbar | Allgemein |
3. Stärkerer Fokus auf Prozessparameter
EN 17460 fordert eine deutlich detailliertere Dokumentation von Prozessparametern: Umgebungstemperatur und -luftfeuchtigkeit bei der Applikation, Verarbeitungs- und Aushärtezeiten sowie Vorbehandlungsverfahren müssen systematisch erfasst werden.
4. Digitale Dokumentation explizit erlaubt
Ein wichtiges Signal für die Branche: EN 17460 erlaubt und regelt erstmals explizit die digitale Dokumentation von Klebanweisungen und Prozessprotokollen. Papierbasierte Systeme sind weiterhin zulässig, aber nicht mehr zeitgemäß.
5. DVS-Qualifikationen bleiben gültig
Erfreulich für Klebbetriebe: Die bewährten DVS-Qualifikationen EAB (Klebpraktiker), EAS (Klebfachkraft) und EAE (Klebfachingenieur) werden von EN 17460 anerkannt. Eine Nachzertifizierung des Personals ist nicht erforderlich.
Was müssen Betriebe jetzt konkret tun?
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Klebanweisungen überprüfen: Bestehende Klebanweisungen auf EN-17460-Pflichtfelder prüfen und fehlende Angaben ergänzen.
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Sicherheitsklassen neu bewerten: Die Zuordnung zu Sicherheitsklassen nach neuer Systematik überprüfen und dokumentieren.
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Prozessparameter-Dokumentation erweitern: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Vorbehandlung systematisch erfassen.
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Zertifizierung aktualisieren: Bei laufender DIN-6701-Zertifizierung: Übergangsfristen mit akkreditierter Prüfstelle abstimmen.
Fazit
EN 17460 bringt echte Verbesserungen: mehr Klarheit, europäische Einheitlichkeit und erstmals eine Regelung für digitale Dokumentation. Der Umstellungsaufwand für gut dokumentierte Betriebe ist überschaubar — wer seine Klebanweisungen aktuell hält und sein Personal regelmäßig schult, erfüllt die neuen Anforderungen ohne großen Mehraufwand.
KlebDoku unterstützt EN 17460 vollständig: Alle Pflichtfelder sind vorausgefüllt, Sicherheitsklassen werden automatisch zugeordnet, und der Audit-Export ist auf einen Klick erstellt.
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