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EAB, EAS, EAE – DVS-Qualifikationen in der Klebtechnik erklärt

Was unterscheidet Klebpraktiker (EAB), Klebfachkraft (EAS) und Klebfachingenieur (EAE)? Anforderungen, Aufgaben und Bedeutung für EN 17460 und ISO 21368.

Von KlebDoku Redaktion

Warum sind DVS-Qualifikationen Pflicht?

EN 17460 und ISO 21368 verlangen qualifiziertes Klebpersonal für alle sicherheits- und funktionsrelevanten Klebverbindungen. Das Herzstück: die DVS-Qualifikationsstufen, die vom Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren entwickelt und gepflegt werden.

Die drei Stufen bauen aufeinander auf und decken von der praktischen Ausführung bis zur Entwicklung und Projektleitung alle Ebenen eines Klebbetriebs ab.

EAB – European Adhesive Bonder (Klebpraktiker)

Der Klebpraktiker ist die Einstiegsstufe. Er oder sie führt Klebarbeiten nach vorhandener Klebanweisung aus.

Ausbildungsdauer: ca. 40 Stunden Grundlehrgang
Gültigkeit: 5 Jahre, Verlängerung durch Nachweis aktiver Berufstätigkeit

Kernaufgaben:

  • Vorbereitung der Klebstelle (Reinigung, Vorbehandlung nach Klebanweisung)
  • Applikation des Klebstoffs nach vorgegebenen Parametern
  • Dokumentation der ausgeführten Klebarbeiten

Wann reicht EAB aus? Für Sicherheitsklasse A3 (Schiene) und S1–S2 (allgemein) ist EAB ausreichend. Bei S3/A2 empfohlen, bei S4/A1 zwingend EAS oder EAE nötig.

EAS – European Adhesive Specialist (Klebfachkraft)

Die Klebfachkraft ist die mittlere Qualifikationsstufe. Sie überwacht Klebarbeiten und erstellt Klebanweisungen.

Ausbildungsdauer: ca. 80 Stunden, aufbauend auf EAB oder gleichwertiger Erfahrung
Gültigkeit: 5 Jahre, Verlängerung durch Nachweis aktiver Berufstätigkeit

Kernaufgaben:

  • Erstellen und Pflegen von Klebanweisungen
  • Überwachung von Klebarbeiten und Klebpraktikern (EAB)
  • Qualitätssicherung in der Klebtechnik
  • Klebstoffauswahl und Prozessoptimierung

Wann wird EAS benötigt? Für Sicherheitsklasse A2 / S3 empfohlen, für A1 / S4 in der Praxis häufig als Minimum gefordert.

EAE – European Adhesive Engineer (Klebfachingenieur)

Der Klebfachingenieur ist die höchste DVS-Qualifikationsstufe. Er entwickelt Klebsysteme und leitet Klebprojekte.

Ausbildungsdauer: ca. 120 Stunden, aufbauend auf EAS oder gleichwertiger akademischer Ausbildung
Gültigkeit: 5 Jahre, Verlängerung durch Nachweis aktiver Berufstätigkeit

Kernaufgaben:

  • Entwicklung und Freigabe neuer Klebsysteme
  • Dimensionierung und Berechnung von Klebverbindungen
  • Freigabe von Klebanweisungen für A1 / S4
  • Leitung von Klebprojekten und -abteilungen
  • Vorbereitung und Begleitung von Audits und Zertifizierungen

Wann wird EAE benötigt? Für sicherheitsrelevante Klebverbindungen (A1 / S4) ist ein EAE als verantwortliche Person Pflicht.

Qualifikations-Übersicht

| Qualifikation | Stunden | Aufgabe | Sicherheitsklasse | |---------------|---------|---------|-------------------| | EAB | 40 h | Ausführung | A3 / S1–S2 | | EAS | 80 h | Überwachung + Klebanweisung | A2 / S3 | | EAE | 120 h | Entwicklung + Freigabe | A1 / S4 |

Qualifikationen im Griff behalten

EN 17460 verlangt, dass alle Qualifikationsnachweise aktuell sind und vor Ort bereitgehalten werden. Abgelaufene Zertifikate sind einer der häufigsten Mängelbefunde bei Fremdüberwachungen.

KlebDoku erinnert automatisch 90 Tage vor Ablauf jeder Qualifikation — per E-Mail und Dashboard-Hinweis. So vermeiden Sie Überraschungen beim nächsten Audit.

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